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Bericht des Vorstandes

Entwicklung allgemein

2025 – Wirtschaft stabilisiert sich
Im Jahr 2025 konnte sich die deutsche Wirtschaft noch nicht aus der ausgeprägten Schwächephase der Vorjahre befreien. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat sich jedoch etwas gefestigt. So stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt nach ersten amtlichen Berechnungen leicht um 0,2 %, nachdem es in den Jahren 2023 und 2024 noch um 0,9 % beziehungsweise 0,5 % gesunken war. Auch das Preisgeschehen hat sich stabilisiert. Während sich die Verbraucherpreise 2023 noch um hohe 5,9 % verteuerten, erhöhten sie sich im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 % und damit in gleichem Maße wie 2024.

Globale und inländische Faktoren verhindern Erholung
Zwar hat sich die wirtschaftliche Stimmung zu Jahresbeginn aufgehellt, befördert vor allem durch die erwarteten Ausgabensteigerungen der neu gewählten Bundesregierung für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Eine nachhaltige Konjunkturbelebung blieb jedoch erneut aus. Die Gemengelage aus hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten — unter anderem verursacht durch die unberechenbare US-Handelspolitik— und anhaltenden inländischen Strukturproblemen — wie den Bürokratielasten und dem allgemeinen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit— dämpfte die Konjunktur.

Trotz von wirtschaftlicher Stagnation und globalen Krisen geprägten Rahmenbedingungen verzeichnete unsere Bank, sowohl im Kreditgeschäft als auch auf der Einlagenseite, über dem Plan liegende Zuwächse. Das abgelaufene Geschäftsjahr war aber auch für unsere Bank, unter anderem durch oben genannte Voraussetzungen, herausfordernd. Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die damit verbundenen regulatorischen Herausforderungen führen in unserer Branche seit Jahren zu grundlegenden Veränderungen. Diese Transformation aktiv zu gestalten war und bleibt unser Ziel.

Säulendiagramm der Bilanzsumme 2024 und 2025

Bilanzsumme

Unsere Bilanzsumme konnten wir um rund 100 Mio. Euro auf 2.307 Mio. Euro erhöhen. Mit dem Anstieg um 4,5 % liegen wir über dem durchschnittlichen Zuwachs der Genossenschaftsbanken in Deutschland (+2,7 %). Der Anstieg resultiert überwiegend aus Zuwächsen im Kundenkreditgeschäft und im Kundeneinlagengeschäft.


Säulendiagramm der Kundenforderungen 2024 und 2025

Wachstum im Kreditgeschäft

Das Berichtsjahr war von einem dynamisches Kundengeschäft geprägt. Trotz der andauernden konjunkturellen Schwäche und angesichts der Unsicherheiten über den wirtschaftlichen Fortgang nahm auch auf der Firmenkundenseite die Kreditnachfrage und die Inanspruchnahme von Kreditlinien zu. Besonders gefragt waren Förderdarlehn, die durch Tilgungszuschüsse zusätzliche Anreize boten. Die gesamte Region profitiert von stabilen Wirtschaftsstrukturen und einer hohen Innovationsbereitschaft vieler Unternehmen.  Dieses spiegelt sich auch in der Kreditvergabe wider. So konnten wir unsere Kundenforderungen um rund 136 Mio. Euro auf 1.743 Mio. Euro steigern (+8,4 %). Dies liegt erfreulicherweise deutlich über unserem Planwert von 3,5 %.

Auch im Bereich der privaten Kreditnachfrage und der Investitionstätigkeiten institutioneller Kunden kann die Bank im abgelaufenen Jahr eine überdurchschnittliche Entwicklung verzeichnen. Bei mehr als 1.000 Immobilienfinanzierungen mit einem Volumen von über 215 Mio. Euro für Neubau-, Modernisierungs- und Anschlussfinanzierungen sowie bei großen Bauträgerprojekten waren wir der verlässliche Finanzpartner an der Seite unserer Kunden.

Auch bei der Vermittlung und dem Verkauf bestehender Immobilien an Privatpersonen stießen die Angebote der Volksbank Delbrück-Rietberg auf eine hohe Nachfrage. Insgesamt konnten 112 Objekte mit einem Gesamtvolumen von rund 20 Mio. Euro erfolgreich vermittelt werden - ein Ergebnis der langjährigen Marktkenntnis und hohen Beratungskompetenz der Mitarbeitenden.  


Säulendiagramm der Kundeneinlagen 2024 und 2025

Entwicklung der Kundeneinlagen

Die Kundeneinlagen verzeichneten im Geschäftsjahr 2025 einen erfreulichen Zuwachs von 78 Mio. Euro bzw. 5,3 % und beliefen sich zum Jahresende auf insgesamt 1.552 Mio. Euro. Das anhaltend hohe Zinsniveau führte zu verstärkten Sparanreizen bei unseren Kundinnen und Kunden. Insbesondere Termineinlagen waren weiterhin stark nachgefragt. Das Einlagenwachstum unterstreicht das ausgeprägte Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden in die Solidität und Leistungsfähigkeit unserer Bank. 

Die Entwicklung der Kundeneinlagen stand im Jahr 2025 zugleich im Zeichen eines weiterhin restriktiven geldpolitischen Umfelds und erhöhter wirtschaftlicher Unsicherheiten. Die im Hochzinsumfeld wettbewerbsfähige Verzinsung klassischer Einlagenprodukte wirkte dabei als zusätzlicher Anreiz zur Bildung und Ausweitung von Bankeinlagen. Gerade in einem von Zurückhaltung und Sicherheitsorientierung geprägten Marktumfeld wurde die sichere, kalkulierbare Geldanlage wieder verstärkt nachgefragt. 

Darüber hinaus leistete die gezielte Weiterentwicklung unserer Produktstruktur einen wesentlichen Beitrag zur positiven Einlagenentwicklung. Mit der Einführung eines attraktiven Kündigungsgeldes sowie einer zeitlich befristeten Zinsaktion in Form eines Herbstbonus auf Festgeldanlagen konnten zusätzliche Impulse gesetzt und unterschiedliche Kundenbedürfnisse adressiert werden. Ergänzend dazu wurden zahlreiche Einlagenprodukte insbesondere für den Jugend- und Nachwuchsmarkt überarbeitet und neu ausgerichtet. Diese Maßnahmen stärkten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unseres Produktangebots, sondern trugen auch dazu bei, neue Kundengruppen frühzeitig an unsere Bank zu binden und bestehende Kundenbeziehungen weiter zu vertiefen. 


Säulendiagramm des Kundenvolumens 2024 und 2025

Kundenvolumen

Das betreute Kundenvolumen – bestehend aus allen Geldanlagen und Krediten unserer Volksbank sowie den bei unseren Verbund- und Partnerunternehmen wie Union Investment, der R+V Versicherung und der Bausparkasse Schwäbisch Hall angelegten Volumina – entwickelte sich im Geschäftsjahr 2025 trotz einer verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Dynamik positiv. Im Berichtsjahr erhöhte sich das betreute Volumen um 5,4 % auf insgesamt 5.351 Mio. Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung war die ganzheitliche Betreuung unserer Kundinnen und Kunden über alle Lebens- und Unternehmensphasen hinweg sowie die enge Einbindung der Verbundpartner innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Die Zunahme des betreuten Kundenvolumens spiegelt sowohl eine hohe Kundenbindung als auch den Erfolg unseres integrativen Beratungsansatzes wider, der in einem herausfordernden Marktumfeld zunehmend an Bedeutung gewann. 


Zins- und Provisionsüberschuss nimmt zu

Die positive Entwicklung des Kundengeschäfts zeigt sich auch in der Entwicklung des Zins- und Provisionsüberschusses. Beide Ertragssäulen verzeichnen ein Wachstum. Der Zinsüberschuss stieg um 6,9 % auf 39,4 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 5,9 % auf 18,3 Mio. Euro. Wie in den Vorjahren entfiel der größte Anteil auf den Zahlungsverkehr, der erneut von einer hohen Transaktionszahl und der intensiven Nutzung digitaler Bankdienstleistungen profitierte. Positive Impulse gingen darüber hinaus vom Vermittlungs- und Wertpapiergeschäft aus, das von einer verstärkten Nachfrage nach Beratungs- und Absicherungsleistungen getragen wurde. 

Der allgemeine Verwaltungsaufwand stieg um 9,4 % auf 31 Mio. Euro. Hier waren die tarifliche Gehaltsanpassungen maßgeblich für den Anstieg verantwortlich.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung konnte mit 27,5 Mio. EUR (Vorjahr 26,3 Mio. EUR) deutlich gesteigert werden. Als Leistungsindikator für die Rentabilität liegt es mit 1,21 % der durchschnittlichen Bilanzsumme über dem Vorjahreswert.

Nach Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 4,7 Mio. Euro. Wir werden der Vertreterversammlung vorschlagen, diesen zur Zahlung einer Dividende von 2,5 % plus einer Bonuszahlung von 1,0 % an unsere Mitglieder und zur Dotierung unserer gesetzlichen und anderen Ergebnisrücklagen zu verwenden.


In eigener Sache

Zum Jahresende ist Rudolf Hagenbrock nach 30-jähriger Vorstandsarbeit in den Ruhestand ausgeschieden. Vorstandsmitglied Lothar Wille wechselte in die zweite Führungsebene und verantwortet als Generalbevollmächtigter im Vorstandsstab den Bereich Unternehmensentwicklung. Gemeinsam mit Dieter Kollenberg und Andreas Joachim wird er an der Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen arbeiten und hier Projekte und entsprechende Maßnahmen im Haus unterstützen. Darüber hinaus bleibt er weiterhin für das Gebäudemanagement sowie bis auf weiteres als Verbindungsperson für die IT und EBL zuständig. Zudem wird er die Bank weiterhin im Regionalmarkt Schloß Holte-Stukenbrock und Augustdorf als Repräsentant vertreten.

Wolfgang Hillemeier und Jörg Horstkötter bilden den neuen Gesamtvorstand der Volksbank Delbrück-Rietberg. 

Gruppenfoto ehem. Vorstand und Aufsichtsratsvorsitzender
v.l.: Lothar Wille, Wolfgang Hillemeier, Rudolf Hagenbrock, Hugo Dieding (Vors. des Aufsichtsrates), Jörg Horstkötter

Stärkung der zweiten Führungsebene

Vor dem Hintergrund der obigen Veränderungen im Vorstand haben Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam Maßnahmen ergriffen, um die zweite Führungsebene personell und in ihren Kompetenzen gezielt zu stärken. Sechs Bereichsleiter wurden in 2025 zu Prokuristen ernannt. Gemeinsam mit weiteren fünf Führungskräften bilden sie die zweite Führungsebene der Bank.

Gruppenfoto unserer Prokuristen
v.l.: Rudolf Hagenbrock, Wolfgang Hillemeier, Sascha Sudahl, Volker Busche, Nicole Stahl, Mario Aschhoff, Christian Brinkhaus, Daniel Schledde, Jörg Horstkötter, Lothar Wille

Mitgliederentwicklung 2025

Das Fundament unserer Bank

590 neue Mitglieder konnten wir 2025 in unserer genossenschaftlichen Familie begrüßen. Insgesamt bilden 31.902 Anteilseigner das Fundament unserer Bank. Damit profitiert rund jeder zweite Kunde von unserem Geschäftserfolg in Form einer Dividende.

Trotz dieser erfreulichen Steigerung um 15 % zum Vorjahr ist die Entwicklung der Mitglieder insgesamt leicht rückläufig. Bedingt durch den demografischen Wandel scheiden aus Altersgründen mehr Mitglieder aus, als neue dazu gewonnen werden. Hieran wollen wir künftig arbeiten und die Mitgliedschaft mit den attraktiven Mehrwerten noch stärker in den Fokus rücken. 

Wir danken unseren Mitgliedern, unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ebenso bedanken wir uns bei unseren Mitarbeitenden, dem Aufsichtsrat sowie unseren Partnern innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Mitgliedern und Kunden gehen wir mit Zuversicht in die kommenden Monate und Jahre. Vieles haben wir erreicht – und noch mehr haben wir vor.

Aus Verantwortung für die Zukunft.

Der Vorstand